Karriere

Fünf Tipps für das Networking

Die meisten von uns beginnen schon früh in ihrer Karriere mit dem Aufbau ihrer Karriere-Netzwerke, weil sie wissen, wie wertvoll Kontakte sein werden: Mehr als alles andere prägt es unsere berufliche Zukunft, wen wir kennen. Unsere fünf Tipps helfen dir, das Beste aus Networking zu machen - und können einen Fortschritt in deiner Karriere bringen.

1. Netzwerken ist kein „One-way-Ticket”

Klar, denken wir zuallererst daran, wie wir persönlich von Networking profitieren können. Das ist auch richtig so, denn wir suchen ja nach einem Vorteil für uns. Doch, was wir dabei vergessen: Netzwerken ist keine Einbahnstraße. Das, was wir zu bieten haben, ist genauso wichtig wie die Möglichkeiten, die sich uns bieten. Und das, was wir zu bieten haben, kann uns wiederum weiterhelfen, unsere Karriere weiterzubauen. Wir vernetzen uns mit anderen, weil wir nach neuen Möglichkeiten, nach Inspiration oder Anleitung suchen. Damit unser Netzwerk aber gewinnbringend ist, müssen wir uns fragen, was wir im Gegenzug anbieten können.

Vielleicht verfügst du über wertvolle Erfahrungen aus Projekten, an denen du gearbeitet hast, oder du hast Verbindungen zu alten Kommilitonen oder jetzigen Kollegen. Du solltest bereit sein, auf die eine oder andere Weise etwas Nützliches anzubieten, damit das Networking mit uns für beide Seiten von Vorteil ist. Du könntest es dir einfach machen und sagen: Ich bin jung und habe gerade erst in meinem Beruf angefangen und daher nicht viel zu bieten. Aber nichts wäre weiter von der Wahrheit entfern. Oft wünschen sich Arbeitgeber einen neuen, frischen Blick auf ihr Unternehmen, von der Produktlinie bis zur Personalpolitik. Und wer wäre besser dafür geeignet als jemand, der diese Dinge zum ersten Mal betrachtet? Ein Blog-Post für die interne Website oder ein Update auf LinkedIn kann für Menschen in deinem Netzwerk von großem Wert sein. Und so kannst du punkten.

Sei großzügig mit dem, was du zu bieten hast, unabhängig davon, was es ist. Es hat wenig Sinn, sein Wissen für sich zu behalten. Wenn du heute jemandem hilfst, kann dir das morgen Gewinn bringen. Wir bei Academic Work sagen „We reward ambition“ – ganz ehrlich, zeig, was du kannst und es wird sich lohnen!

2. Du glaubst an „viel hilft viel“?

Das mag bei einigen Dingen ganz sicher stimmen, doch bei einem Karrierenetzwerk ist der Ansatz nicht empfehlenswert. Sicherlich lässt sich dein Netzwerk am schnellsten ausbauen, indem du möglichst viele Einladungen an möglichst viele Kontakte versendest und alle Anfragen auf Websites wie LinkedIn und Facebook beantwortet, aber dieser Ansatz wird dir die Handhabung deines Netzwerks schnell erschweren. Natürlich solltst du dein Netz weit auswerfen. Wer möchte nicht mit Bill Gates auf LinkedIn verbunden sein? Sei großzügig im Umgang mit Anfragen anderer, aber denke darüber nach, mit wem du dich vernetzt.

Versuche, deine Kontakte zu unterteilen, damit du deine Zeit mit Menschen verbringst, die dieselben Interessen teilen wie du und dir helfen können, dich weiterzuentwickeln – und umgekehrt. Eine Straffung deines Netzwerks führt insgesamt zu besseren und produktiveren Beziehungen.

3. Offline-Beziehungen können die nützlichsten für das Netzwerken sein

Wir vergessen oft, dass unsere „Offline-Netzwerke“ „im echten Leben“ genauso nützlich sein können wie unsere Online-Netzwerke, wenn nicht sogar nützlicher. Wir verbringen so viel unserer Zeit bei Instagram und LinkedIn, dass wir übersehen welche wertvollen Beziehungen überall um uns herum bestehen – da sind Familienmitglieder, Nachbarn und Menschen, mit denen wir Sport oder Musik gemacht haben oder mit denen wir in der gleichen Klasse waren. Unsere Verbindungen zu ihnen können genauso nützlich sein wie zu jemandem, den wir bei einem Beratungsauftrag oder einer Messe getroffen haben. Denn vielleicht sind sie wiederum mit anderen verbunden, die für uns interessant sein könnten.

Es lohnt sich daher immer, sie zu berücksichtigen, wenn wir über den nächsten Karriereschritt nachdenken. Wie viele haben in der Schule oder an der Uni ein Praktikum durch einen Freund unserer Eltern oder einen Onkel erhalten, der in der Branche gearbeitet haben? Verschaff dir einen Überblick und stell dir eine Liste zusammen mit dir bekannten Personen und den Organisationen, zu denen sie gehören. So kannst du schnell herausfinden, wo sich ihre Interessen mit deinen überschneiden, und potenzielle Möglichkeiten für ein Networking erkennen.

4. Reagiere auf Anfragen

Vielleicht ist es schwer vorstellbar, aber es gab einmal eine Zeit, in der wir das Büro am Freitagnachmittag verlassen haben und erst wieder erreichbar waren, wenn wir am nächsten Montagmorgen an unserem Schreibtisch saßen. Inzwischen sieht das anders aus. Mit dem Aufkommen unserer „Dauerbetrieb“-Kultur ist es, normal geworden, dass in der Regel eine zügige Antwort auf Anfragen erwartet wird. Natürlich variiert mit der Art der Anfragen, die wir erhalten, auch die Antwort, die wir geben sollten. Aber in den meisten Fällen ist eine Rückmeldung möglich und: Sie ist immer besser. Auch wenn du nur schreibst „Entschuldige bitte, aber ich kann dir nicht weiterhelfen“ oder „Ich melde mich später bei dir“. Dein Netzwerk weiß es zu schätzen, dass du dir die Zeit nimmst, ihnen das mitzuteilen. Niemand möchte nur auf dem Status „gelesen” bleiben.

5. Sei kein Gollum

Wir alle kennen diesen einen Typen, der alle kennt. Dieser eine Typ, der uns dabei helfen könnte, unsere Träume und Ziele zu erreichen, weil er eben auch den passenden Kontakt für uns hat. Der aber all unsere potenziellen Informanten so sehr schützt, als wäre er Gollum im „Herr der Ringe“ und seine Kontakte wären sein „Schatz”. Und du bittest ihn mehrfach, dich jemandem vorzustellen, der dir nützlich sein könnte, oder du fragst nach einer Empfehlung, die du wirklich brauchen könntest - aber er hütet seinen „Schatz“ und lässt dich keinen Blick darauf erhaschen. Das ist das Gegenteil von Networking (und außerdem ziemlich unfreundlich). Obwohl wir uns dessen vielleicht nicht bewusst sind, sind wir alle in gewissem Maße wie Gollum. Wir kontrollieren den Zugang zu Informationen und Kontakten.

Ja, natürlich müssen wir auch ein wenig vorsichtig sein, wem wir Kontakte weiterempfehlen, denn falls sich jemand, den wir empfehlen, als schlechte Wahl erweist, wirft dies auch ein schlechtes Licht auf uns. Aber: In den allermeisten Fällen wird es wertgeschätzt, wenn du mit deiner Zeit und deinen Kontakten großzügig bist und man wird sich bei dir revanchieren. Sei deshalb kein Gollum. Sei ein Gandalf. Sei hilfreich und teile deine Informationen. Du wirst feststellen, dass dir dies im Laufe deiner Karriere einen enormen Goodwill einbringt. Und dann weißt du, dass dein Netzwerk wirklich funktioniert.

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