Be fearless! Keine Angst vor anspruchsvollen Stellenanzeigen

Überdurchschnittlicher Studienabschluss, mehrere Auslandsaufenthalte und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung kannst Du nicht vorweisen? Zögere nicht und bewirb dich trotzdem!

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Spannnende Projekte, interessante Aufgaben und eine sympathische Unternehmenskultur – die perfekte Stelle scheint gefunden zu sein. Doch ein Blick auf das Anforderungsprofil dämpft die Euphorie. Jahrelange Berufserfahrung und zahlreiche Qualifikationen sind nur der Anfang… Und das für eine Einstiegsposition? Kein Grund zur Panik! Unternehmen füttern ihre Stellenausschreibungen gerne mit allerlei Wünschen – doch der allwissende Idealkandidatiat ist so selten wie ein Einhorn mit magischen Fähigkeiten.

Im Bewerbungsverfahren zählen neben Erfahrung und Qualifikation vor allem Persönlichkeit, Engagement und Motivation für den Job. Doch warum werden dann überhaupt so hohe Anforderungen angegeben? Unternehmen wollen selbstsichere Kandidaten, die an sich glauben. Die Selbstzweifler sollen lieber gleich zu Hause bleiben. Also lass dich vom Anforderungsprofil nicht abschrecken und zeige, dass du an dich glaubst!

Beim genauen Blick in die Stellenanzeige offenbart sich meist, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen („vorausgesetzt“, „erforderlich“) und welche unter die Kategorie nice to have („idealerweise“, „wünschenswert“) fallen. Wer erstere größtenteils erfüllt, sollte vor einer Bewerbung nicht zurückschrecken. Annabelle Anderhofstadt, seit fünf Jahren Rekruterin und Team Managerin bei Academic Work, hat schon viele Kandidaten vermittelt, die nur einen Teil der gewünschten Kriterien erfüllt haben – im Gespräch jedoch sofort überzeugen konnten. „Wer Engagement und Offenheit für Neues zeigt, kann fehlende Kompetenzen schnell aufbauen und langfristig durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit punkten.“

In den Bewerbungsunterlagen sowie im Vorstellungsgespräch solltest du die eigenen Fähigkeiten ins beste Licht rücken und Lernbereitschaft für fehlende Kompetenzen signalisieren. Ganz wichtig: Mut zur Lücke! Bleib ehrlich und gib Wissenslücken selbstbewusst zu, denn im Falle einer Zusage wird die Flunkerei früher oder später zu unangenehmen Situationen führen. Was hast du stattdessen zu bieten? Wie kannst du dich von anderen Bewerbern abheben? Vielleicht ist für die Position auch eine ganz andere Fähigkeit oder Erfahrung von Vorteil, die in der Stellenausschreibung gar nicht erwähnt wurde?

Wer Kreativität und Mut beweist, muss sich hinterher nicht über verpasste Chancen ärgern. Zu verlieren gibt es ohnehin nichts – und im schlimmsten Fall sollten wir eine Absage doch verkraften können, oder?

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